Erhaltung der Muskulatur
Durch den physiologischen Alterungsprozess nimmt die Muskulatur ohne Ausübung regelmäßiger körperlicher Aktivitäten kontinuierlich ab. Oberstes Ziel muss es somit sein, die Muskulatur zu erhalten.
Eine Steigerung der Leistungsfähigkeit kann durch bessere Durchblutung sowohl der Muskulatur, als auch der inneren Organe erzielt werden. Auf Grund dieser Tatsache können insbesondere Patienten nach durchgemachtem Herzinfarkt oder Patienten mit einer Durchblutungsstörung im Bereich der Beine (Schaufensterkrankheit) durch das therapeutische Training profitieren.
Durch vermehrte Bewegungstätigkeit und damit Steigerung der Muskelaktivität und Durchblutung entstehen durch spezifische Prozesse im Gewebe neue Gefäße (kann sehr gut im Bereich des Herzmuskels beobachtet werden). Falls hier einen Durchblutungsstörung oder gar Durchblutungsunterbrechung vorliegt, sprossen neue Gefäße in das zu wenig durchblutete Areal ein, welche die Durchblutung verbessern und zum Teil wiederherstellen können.
Positive Auswirkungen der körperlichen Aktivität
- Günstige Verteilung der Cholesterinfraktionen, vor allem wird die LDL-Fraktion ("schlechtes Cholesterin") gesenkt, während das HDL ("gutes Cholesterin") leicht ansteigt.
- Über 70% der Patienten sprechen auf Ausdauertraining mit einer Senkung des systemischen Blutdrucks an.
- Diabetes mellitus Typ II ("Altersdiabetes") wird sehr häufig durch Bewegungsmangel verursacht! Der Großteil unserer Energie (Glucose) wird von unserer Muskulatur aufgenommen und verarbeitet.
Bewegungsmangel ---> Abnahme der Muskelmasse ---> Blutzuckeranstieg
Körperlich Inaktive haben eine 90% höhere Wahrscheinlichkeit, an einer koronaren Herzkrankheit (z.B. Herzinfarkt) zu erkranken. Das relative Risiko der körperlichen Inaktivität ist mit einer Hypercholesterinämie oder dem Rauchen vergleichbar.
Aktuelle Untersuchungen haben ergeben, dass durch therapeutische Bewegung Herz-Kreislauf bedingte Todesfälle um bis zu 35% reduziert werden können.
Bessere Durchblutung heißt Verbesserung der Stoffwechselvorgänge und damit des körpereigenen Abwehrsystems. Eine in Tübingen durchgeführte Untersuchung zeigte bei Frauen, dass ein körperliches Training von 4 Stunden pro Woche das Darmkrebsrisiko um bis zu 50% senken kann.
Als Internist und sportmedizinisch tätiger Arzt wünsche ich allen Mitgliedern des Turnvereins Kramsach Freude und Begeisterung beim Ausüben von Sport. Die Organisatoren des Turnvereins Kramsach haben ein großartiges Kursprogramm 2006/2007 zusammengestellt.
Dr. Anton Burtscher, Facharzt f. Innere Medizin
Ärztehaus Brixlegg, 05337-66766